Wasser ist Leben


Gewässersterben im Biosphärenreservat

Der Kreisanglerverband Perleberg möchte den Artikel des Mödlicher Gastronom Peter Dreßler zum Anlass nehmen, um auf den insgesamt schlechten Erhaltungszustand der Gewässer durch Verschlammung im elbnahen Raum der Prignitz hinzuweisen. Viele dauerhafte Standgewässer entlang der Elbe von Quitzöbel bis zur Landesgrenze zu Mecklenburg/Vorpommern sind durch den die Verschlammung hervorrufenden Verlandungsprozess in ihrem Fortbestand gefährdet. Im "Gelben Haken" bei Garsedow ist in diesem Jahr ein 100%-tiger Fischverlust, aber auch aller anderen an das Wasser gebundenen Lebensformen zu beklagen. Das "Kreuzwasser" bei Lütjenheide, die "Gänsekuhle" bei Schadebeuster oder das "Hinzdorfer Wehl" gleichen einer Schlammwüste. Der extrem heiße und trockene Sommer 2018 ist aber nicht der Verursacher dieses Ist-Zustandes, sondern hat lediglich auf brutale Art und Weise Versäumnisse bei der Hege und Pflege und der Gewässerunterhaltung in den zurückliegenden Jahrzehnten offengelegt. Warnende Stimmen gab es aber zur Genüge. Der Kreisanglerverband Perleberg hat sich in den letzten 25 Jahren sehr häufig an naturschutzfachliche Behörden des Landes, des Kreises und auch an die Biosphärenreservatsleitung gewendet, um auf den fortschreitenden Verschlechterungszustand von Gewässern durch Verlandung in der Fläche des Biosphärenreservates aufmerksam zu machen. Die Palette der Antworten reichte von "Nicht zuständig", "Keine finanziellen oder rechtlichen Mittel" oder "gar keine Reaktion". Zudem besteht in Brandenburg und damit auch im Biosphärenreservat offensichtlich die naturschutzfachliche Grundauffassung, dass Maßnahmen gegen eine Verlandung von Gewässern ökologisch nicht gewollt sind, weil sie einen schädigenden Eingriff in das Öko-System und das Arteninventar haben könnten. Wir erlauben uns die Frage: "Was nützt es dem zu schützenden Arteninventar eines Gewässers, wenn es durch Ablehnung von Sanierungsmaßnahmen zum totalen Gewässerverlust kommt?" Auch in neuesten naturschutzfachlichen Planungen (FFH-Managementplanungen, Pflege-und Entwicklungsplan Fachbeitrag Gewässer) werden massenhaftes Wachstum von Wasserpflanzen in Gewässern als ökologisch guter Zustand eingestuft und Teilentkrautungen bzw.-entschlammungen sehr skeptisch betrachtet. Dabei ist es wissenschaftlich bewiesen, dass die Verlandung eines Gewässers auf einen überhöhten Eintrag von Pflanzennährstoffen aus umliegenden Flächen zurück zu führen ist, der letztendlich eine explosionsartige Produktion von pflanzlicher Biomasse anregt. Im Rahmen des jährlichen Vegetationszyklus Sterben diese Pflanzen ab und lagern sich als Schlamm am Grund eines Gewässers ab. Die logische Folge ist eine Verringerung der Wassertiefe. Am Ende eines jeden Verlandungsprozesses steht aber immer der Gewässerverlust, was uns zu der zwingenden Feststellung kommen lässt: "Wer nicht bereit ist dem Verlandungsprozess entgegenzuwirken, der nimmt billigend ein langfristiges Gewässersterben in Kauf. Das wiederum ist so gar nicht vereinbar mit den hohen Zielen, die sich der Naturschutz und vor allem das Biosphärenreservat in unserer Region gestellt haben. Eine dieser Zielstellungen, die im Verordnungstext zum NSG "Wittenberger - Rühstädter Elbniederung" formuliert ist, sei hier genannt. "Ziel ist es, die für das Elbtal charakteristischen, zahlreichen temporären und ausdauernden Kleingewässer, Bracks, Flutrinnen und-mulden, Altwasser und Altarme zu erhalten und zu entwickeln." Stand heute muss analysiert werden, dass man der aus dieser Zielstellung erwachsenen Verantwortung noch nicht gerecht geworden ist. Der Kreisanglerverband Perleberg hatte seinerseits vorgeschlagen eine Gefährdungsliste aller dauerhaften Standgewässer anzulegen, daraus die Dringlichkeit einer Entschlammung/Sanierung abzuleiten und diese in die naturschutzfachlichen Planungen des Biosphärenreservates aufzunehmen. Eine Antwort darauf steht noch aus. Das ist schade und gleichzeitig gefährlich, denn des Jahr 2018 hat deutlich gezeigt vor welchem Schicksal unsere Gewässer stehen, wenn nicht endlich etwas getan wird. Abschließend möchten wir Herrn Dreßler noch darauf hinweisen, dass der Rat des Biosphärenreservates er möge doch seinen Teich mit Zandern besetzen, aus fischerei-biologischer Sicht mit Vorsicht zu genießen ist. Relativ flache und von starker Verlandung und Verschlammung betroffene Gewässer bieten dieser Fischart keine guten Lebensbedingungen.



Arbeitseinsatz zur Gewässerpflege am Rudower See

Der KAV Perleberg und die Bürgerinitiative "Rettet den Rudower See" nahmen den zentralen Hegetag des LAVB zum Anlass am 11.02.2017 einen Arbeitseinsatz am Rudower See durchzuführen. Dem Aufruf waren über 150 Bürgerinnen und Bürger, darunter viele Angler aus den vereinen des KAV gefolgt. Der mehr als 4-stündige Einsatz, bei dem in erster Linie der Seerundweg saniert und ausgebessert wurde, war ein Beweis dafür, welch hohen Stellenwert der Rudower See in der Region genießt. Am Ende des sehr kalten eherenamtlichen Arbeitstages kam die vom KAV Perleberg bereitgestellte Erbsensuppe mit Bockwurst für alle Teilnehmer gerade recht.